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Libera Università di Bolzano

„Reclaiming the Body“ – Wem gehört der Körper?

Identität, Begehren und Selbstbestimmung stehen im Zentrum der Ausstellung der Fakultät für Design und Künste. Eröffnung am 2. Oktober im Foto Forum Bozen, zu sehen bis 7. November.

Di Rosmarie Hagleitner

Mit freundlicher Genehmigung von Frida Orupabo und der Galerie Nordenhake Berlin|Stockholm|Mexiko-Stadt, „Falling from horse“ 2024. Foto: Gerhard Kassner.

Körper sind nie nur Körper. Sie werden betrachtet und bewertet, mit Erwartungen und Zuschreibungen versehen, begehrt, kontrolliert – und können zugleich zum Ausdruck von Selbstbestimmung und Widerstand werden. „Reclaiming the Body“ macht diese Spannungsfelder zum Thema. Neben der international renommierten norwegisch-nigerianischen Künstlerin Frida Orupabo sind mit der Absolventin Grete von Glashagen und dem Studenten Emanuel Crepaz zwei junge Kunstschaffende der Freien Universität Bozen vertreten. Aus unterschiedlichen Perspektiven fragen sie danach, wie Vorstellungen von Körper, Geschlecht, Sexualität und Identität entstehen – und wie sie unsere Wahrnehmung prägen.

„Reclaiming the Body“ ist die vierte Ausgabe der Ausstellungsreihe JOINTS, die Studierende und Absolvent:innen der unibz mit international etablierten Persönlichkeiten aus der Kunstwelt zusammenbringt. Die Kooperation zwischen dem Studio Image der Fakultät für Design und Künste und dem Foto Forum Bozen schafft Raum für unterschiedliche künstlerische Perspektiven auf gesellschaftlich relevante Themen und ermöglicht jungen Menschen, ihre künstlerischen Arbeiten gemeinsam mit renommierten Positionen zu präsentieren. Die aktuelle Ausstellung findet im Rahmen der BAW – Bolzano Art Weeks statt und wird von Giulia Cordin und Prof.in Eva Leitolf kuratiert.

„Körper sind Orte gesellschaftlicher und politischer Aushandlung. Die ausgestellten Arbeiten zeigen, wie Blicke, Normen und Machtverhältnisse Identitäten formen, aber auch, wie künstlerische Praxis Räume für Selbstbestimmung und Widerstand eröffnen kann“, sagt Prof.in Eva Leitolf, Leiterin des Studio Image der Fakultät für Design und Künste.

Die Künstlerin und Soziologin Frida Orupabo arbeitet mit historischem und zeitgenössischem Bildmaterial aus unterschiedlichsten Quellen – von Fotografien aus der Kolonialzeit über Ethnografie, Medizin und Wissenschaft bis hin zu Kunst und Popkultur. In ihren analogen und digitalen Collagen sowie Videoarbeiten zerlegt sie Darstellungen Schwarzer, meist weiblicher Körper und setzt sie neu zusammen. Ihre Arbeiten „Ada“ und „Falling from Horse“ widersetzen sich so tradierten rassistischen und sexualisierten Blickweisen und verhandeln Fragen von kolonialer Gewalt, Identität und Zugehörigkeit.

„AFTERTOUCH VOL.1“. Foto: Grete von Glashagen

In ihrer dreikanaligen Videoinstallation „Aftertouch Vol. 1“ setzt sich Grete von Glashagen mit weiblicher Sexualität, Begehren, Macht und sexueller Gewalt auseinander. Ausgangspunkt sind persönliche Erlebnisse von Frauen aus dem Umfeld der Künstlerin. Mit grellen, blitzartig flackernden Lichtprojektionen in einem abgedunkelten Raum, Technomusik und Sprechpassagen erzeugt die Arbeit eine beklemmende Spannung zwischen Erwartung, Reizüberflutung und Entsetzen. Von Glashagen geht der Frage nach, wie weibliches Begehren durch äußere und verinnerlichte Machtstrukturen geprägt wird und wie eng Lust und traumatische Erfahrungen miteinander verwoben sein können.

„A Day at the Lake“. Foto: Emanuel Crepaz

In seinen Videoarbeiten „Ongoing“ und „A Day at the Lake“ (in Zusammenarbeit mit Ethan Edoardo Asper) geht Emanuel Crepaz der Frage nach, was es bedeutet, angesehen zu werden – und wann daraus das Gefühl entsteht, wirklich gesehen zu werden. Ausgangspunkt waren Gespräche; im Laufe des künstlerischen Prozesses verlagerte sich der Blick zunehmend nach innen – auf die eigene Wahrnehmung und das eigene Erleben. In der Unterwasserwelt seiner Arbeiten entsteht dabei ein Gefühl des Fließens und des Loslassens. Verletzlichkeit wird dabei nicht als Schwäche verstanden, sondern als Möglichkeit, sich selbst wahrzunehmen und daraus Stärke zu entwickeln.

Ergänzt werden die ausgestellten Arbeiten durch Buchprojekte von Alixe Côté, Alessia Formica, Maria Sole Gorni und Sophia Sacchelli, die alle im Studienzweig Kunst an der Fakultät für Design und Künste der unibz studieren oder ihr Studium abgeschlossen haben.

Die Ausstellung „Reclaiming the Body“ wird am 2. Oktober um 19 Uhr im Foto Forum Bozen eröffnet und ist bis zum 7. November 2026 zu sehen.

Persone nell’articolo: Eva Leitolf, Giulia Cordin

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