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Freie Universität Bozen

Sicherheitskultur im Fokus: Universität, Schulen und Unternehmen im Austausch

Am 30. Oktober 2026 findet am Campus Bozen Zentrum die Tagung „Sicherheitskultur messen“ statt. Im Mittelpunkt stehen die kulturellen Aspekte der Arbeitssicherheit.

Von Redaktion

Vortrag in einem Hörsaal: Eine Person spricht mit einem Mikrofon zum Publikum, während weitere Personen daneben stehen
Universitäten, Schulen und Unternehmen im Austausch über Sicherheitskultur. Auf dem Foto: ein Moment während der Veranstaltung „Mettiamoci al sicuro“, die am 10. und 11. Oktober 2025 stattfand

Wie lässt sich Sicherheitskultur am Arbeitsplatz messen? Welche Auswirkungen hat sie auf Organisationen, Schulen und den Alltag der Menschen? Um diese Fragen geht es bei der Tagung „Sicherheitskultur messen. Von der wissenschaftlichen Forschung zu Veränderungen in Schulen und Unternehmen“, die am Freitag, 30. Oktober 2026, ab 9 Uhr im Hörsaal D1.02 am Campus Bozen Zentrum der Freien Universität Bozen stattfindet. Forschende, Professorinnen und Professoren, Unternehmen, Lehrkräfte sowie Vertreterinnen und Vertreter von Institutionen diskutieren darüber, mit welchen Methoden und Instrumenten sich eine Präventionskultur fördern und bewerten lässt, die auf dem Bewusstsein und der aktiven Beteiligung der Menschen beruht.

Die Tagung wird von der Fondazione Regolino und dem Kompetenzzentrum für Nachhaltigkeit der unibz organisiert. Eröffnet wird sie mit Grußworten des Rektors der Freien Universität Bozen, Alex Weissensteiner, der Vizepräsidentin des Unternehmerverbandes Südtirol, Evelyn Kirchmaier, sowie des Präsidenten der Fondazione Regolino und unibz-Dozenten Fabio Ciaponi.

Im Rahmen der Veranstaltung wird die Absichtserklärung zwischen der Freien Universität Bozen, der Fondazione Regolino und der Autonomen Provinz Bozen für den Zeitraum 2026–2028 vorgestellt. Ziel der Vereinbarung ist es, eine strukturierte und langfristige Zusammenarbeit aufzubauen, um Prävention und Sicherheit als gesellschaftliche Werte stärker im Bewusstsein zu verankern. Dazu sollen unter anderem Bildungsangebote für Schulen und junge Menschen entwickelt und gefördert werden.

Anschließend stellt Paolo Perego, Professor an der Fakultät für Wirtschaftswissenschaften der Freien Universität Bozen, die Ergebnisse einer wissenschaftlichen Bestandsaufnahme zum Thema sowie das Forschungsprojekt der unibz-Beobachtungsstelle für die Kultur der Arbeitssicherheit vor. Die Beobachtungsstelle wurde ins Leben gerufen, um die Wirkung der Aktivitäten der Fondazione Regolino zu untersuchen und zu messen. „Wie sicher ein Arbeitsumfeld ist, wird häufig anhand von Indikatoren wie der Zahl der Arbeitsunfälle oder der Einhaltung von Sicherheitsvorschriften gemessen. Mit diesem Projekt möchten wir auch die kulturellen Aspekte verstehen, die das alltägliche Verhalten der Menschen beeinflussen. Die Beobachtungsstelle soll wissenschaftlich fundierte Instrumente entwickeln, um diese Veränderungen zu erfassen und ihre Wirkung in Organisationen und Bildungseinrichtungen zu untersuchen“, erklärt Paolo Perego.

Im Anschluss widmet sich Professorin Margherita Brondino vom Institut für Humanwissenschaften der Universität Verona dem Sicherheitsklima, dem sogenannten Safety Climate. Gemeint ist damit die kollektive Wahrnehmung der Beschäftigten, welchen Stellenwert Sicherheit im Unternehmen tatsächlich hat. Dieser Faktor beeinflusst unmittelbar ihr Verhalten und damit auch die Unfallprävention.

Wie sich dieses Konzept in der Praxis umsetzen lässt, zeigt ein Beispiel des Unternehmens MADE. Matteo Morescalchi stellt ein Projekt für den MADE-Showroom in Cambiago vor, bei dem klassische Hinweisschilder durch eine neue Bildsprache rund um die Figur Regolino ersetzt werden. Das Beispiel zeigt, wie ein kreativer Ansatz das Sicherheitsklima konkret verbessern und die Aufmerksamkeit der Beschäftigten erhöhen kann.

Ein weiterer Schwerpunkt des Vormittags ist das Projekt „Regolino geht in die Schule“. Das Bildungsangebot richtet sich an die dritten, vierten und fünften Klassen der Grundschule und vermittelt Kindern durch Geschichten, Spiele und praxisnahe Workshops einen bewussten Umgang mit Sicherheit. Im Jahr 2026 erreichte das Projekt 77 Klassen mit insgesamt 1.573 Kindern in fünf italienischen Regionen: Toskana, Emilia-Romagna, Latium, Lombardei und Trentino-Südtirol.

Im Programmteil zu den Schulen kommen Giorgio Camuffo, Professor an der Fakultät für Design und Künste der unibz, Art Director und Initiator von Regolino, sowie Francesca Giani zu Wort. Sie hat daran mitgewirkt, einen Teil der Materialien in Formen der Unterstützten Kommunikation (UK) zu übertragen und das Projekt damit barrierefreier und inklusiver zu gestalten. Lehrkräfte des Istituto Comprensivo Empoli Ovest, der ersten Schule, die das Bildungsprogramm erprobt hat, berichten von ihren Erfahrungen. Außerdem stellt Fabio Furciniti, Schulinspektor der Italienischen Bildungsdirektion des Landes Südtirol, das Pilotprojekt „Von der Schule in die Gemeinschaft: Kinder als Botschafterinnen und Botschafter für Sicherheit“ vor. Das Projekt soll zur Verbreitung einer Sicherheitskultur beitragen und richtet sich an sieben dritte Klassen italienischsprachiger Grundschulen in Südtirol.

Den Abschluss der Tagung bildet eine Podiumsdiskussion zum Thema „Unternehmen im Austausch: Sicherheit kommunizieren“, bei der Unternehmen aus verschiedenen Branchen ihre Erfahrungen und Perspektiven einbringen. Es diskutieren Carlo Costa, Technischer Generaldirektor der Brennerautobahn AG, Chiara Frangerini, Ingenieurin und geschäftsführendes Verwaltungsratsmitglied von Frangerini Impresa, Alessio Masoni, Ingenieur mit Schwerpunkt auf Höhenarbeiten und Dachsicherheit sowie Verwaltungsratsmitglied von REGO Società Benefit, Andrea Moretti, Vertriebsleiter von Polypiù, und Simone Muzio, Group Chief Operating Officer von Acrobatica.

 „Die Tagung bietet eine wertvolle Gelegenheit, sich darüber auszutauschen, wie Kommunikation zu mehr Sicherheitsbewusstsein und Mitgestaltung am Arbeitsplatz beitragen kann und wie sich neue Ansätze zur Unfallprävention verbreiten lassen“, erklärt Francesca Pallecchi, Senior Project Managerin der Fondazione Regolino.

Die Veranstaltung findet in italienischer Sprache statt. Die Teilnahme ist kostenlos. Die Registrierung vor Ort beginnt um 8.30 Uhr im Hörsaal D1.02 im ersten Stock am Campus Bozen Zentrum der Freien Universität Bozen. Eine Online-Anmeldung ist bereits jetzt über die Veranstaltungsseite möglich.

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