Prävention und Sicherheit. Absichtserklärung unterzeichnet
Heute wurde die Absichtserklärung für den Zeitraum 2026–2028 zwischen der Dienststelle für Arbeitsschutz der Autonomen Provinz Bozen, der italienischen Bildungsdirektion, der Freien Universität Bozen und der Fondazione Regolino ETS unterzeichnet. Ziel ist der Aufbau einer strukturierten und langfristigen Zusammenarbeit, um Prävention und Sicherheit als zentrale gesellschaftliche Werte zu fördern, Initiativen für Schulen und die jungen Generationen zu entwickeln, das Bewusstsein für gesellschaftliches Engagement zu stärken und ein stabiles Netzwerk zwischen öffentlicher Verwaltung, Universität und Drittem Sektor zu etablieren. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Entwicklung praxisnaher Instrumente und Modelle, die sich auf ganz Italien übertragen lassen.
Zu den im Rahmen der Absichtserklärung geplanten Maßnahmen zählen Bildungs- und Sensibilisierungskampagnen, Workshops und Weiterbildungsangebote, kulturelle Veranstaltungen und öffentliche Initiativen in Südtirol, die Erstellung von Lehr- und Informationsmaterialien sowie Forschungsaktivitäten zur Bewertung der gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Auswirkungen. Ergänzt wird dies durch thematische Fachrunden und institutionellen Austausch. Die Umsetzung konzentriert sich in erster Linie auf Südtirol, lässt sich jedoch auf andere Kontexte übertragen.
Eine zentrale Rolle übernimmt ein ständiges Fachgremium, in dem alle Partner vertreten sind. Dieses koordiniert die Jahresplanung der Initiativen, definiert operative Ziele und Erfolgsindikatoren, begleitet die Umsetzung der Maßnahmen und erarbeitet Richtlinien sowie Grundlagendokumente. Bis Ende 2028 ist zudem die Ausarbeitung eines gemeinsamen Strategiepapiers vorgesehen, um die erzielten Ergebnisse sichtbar zu machen und die Zusammenarbeit über den Dreijahreszeitraum hinaus fortzuführen.
Die wissenschaftliche Verantwortung seitens der Freien Universität Bozen trägt Prof. Paolo Perego von der Fakultät für Wirtschaftswissenschaften sowie Mitglied im Kompetenzzentrums für Nachhaltigkeit. Er betont: „Aus wissenschaftlicher Sicht ermöglicht die Absichtserklärung die Entwicklung fundierter Analyse- und Bewertungsmodelle, mit denen sich die Wirksamkeit von Präventions- und Sicherheitsmaßnahmen erfassen lässt. Damit schaffen wir eine evidenzbasierte Grundlage für politische Entscheidungen und gemeinsame Standards. Das Kompetenzzentrum für Nachhaltigkeit der unibz versteht sich dabei als Plattform, die interdisziplinäre Forschung, Wissenstransfer und institutionelle Unterstützung verbindet, um skalierbare und langfristig wirksame Lösungen zu entwickeln.“
Der Rektor der Freien Universität Bozen, Prof. Alex Weissensteiner, erklärt: „Diese Absichtserklärung ist ein weiterer wichtiger Schritt zur Stärkung der Zusammenarbeit zwischen der unibz, den lokalen Institutionen und dem Dritten Sektor. Die Universität kann durch Forschung, Wirkungsanalyse und innovative Bildungsangebote für die junge Generation einen wesentlichen Beitrag zur Förderung einer Kultur der Prävention und Sicherheit leisten. Gerade im Zusammenspiel von wissenschaftlicher Kompetenz, Schule und Gesellschaft entstehen nachhaltige Ansätze, die einen Mehrwert für das Land schaffen und sich auch auf andere Kontexte übertragen lassen.“
„Prävention und Sicherheit sind nicht nur Vorschriften, sondern Werte, die insbesondere gemeinsam mit jungen Menschen gelebt und weiterentwickelt werden müssen“, betont Marco Galateo, Landeshauptmann-Stellvertreter und Landesrat für die italienische Bildung und Kultur. „Mit dieser Absichtserklärung stärken wir die Zusammenarbeit zwischen den Institutionen und rücken die Schule als zentralen Ort für Bewusstseinsbildung, Verantwortung und gesellschaftliches Engagement in den Mittelpunkt. In die Sicherheitsbildung zu investieren bedeutet, in das Wohl der Menschen und die Qualität unseres Zusammenlebens zu investieren“, so Galateo.
Schulamtsleiter Vincenzo Gullotta ergänzt: „Diese Absichtserklärung verleiht unserer gemeinsamen Arbeit zur Förderung einer Präventionskultur Kontinuität und Struktur, indem sie unterschiedliche Kompetenzen bündelt und die zentrale Bildungsrolle der Schule stärkt. Ziel ist es, Schülerinnen und Schülern Lernangebote zu machen, die Wissen, gesellschaftliche Verantwortung und ein bewusstes Handeln im Bereich Sicherheit in Lebens-, Bildungs- und Arbeitskontexten miteinander verbinden.“
„Eine Sicherheitskultur zu fördern bedeutet auch, in die nächsten Generationen zu investieren und am Mindset zu arbeiten, aus dem heraus Verhaltensweisen entstehen. Noch vor den Regeln steht die Art und Weise, wie wir die Welt wahrnehmen und interpretieren. Mit dieser Absichtserklärung stärken wir einen Ansatz, der den Menschen in den Mittelpunkt stellt und Prävention als gemeinsame Verantwortung versteht. Zugleich festigen wir die Zusammenarbeit mit dem Kompetenzzentrum für Nachhaltigkeit der Freien Universität Bozen, mit dem wir eine Ständige Beobachtungsstelle für Sicherheit eingerichtet haben, um die Wirkung unserer unkonventionellen Initiativen zu messen. Wir sind überzeugt, dass das wirksamste Instrument für Sicherheit im Denken liegt. Denn dort kann ein konkreter und nachhaltiger kultureller Wandel seinen Anfang nehmen“, so Fabio Ciaponi, Präsident der Fondazione Regolino ETS.
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