Neues AI-Lab der unibz fördert Einsatz von Künstlicher Intelligenz in der Region
Von Redaktion
Das AI-Lab versteht sich als offener und interdisziplinärer Raum, der Unternehmen, Forschenden und Studierenden moderne Technologien, spezialisierte Kompetenzen sowie Möglichkeiten zur gemeinsamen Entwicklung von Projekten bietet. Ziel ist es, Experimentierfreude und Technologietransfer in zentralen Bereichen zu fördern und damit zum Aufbau eines zunehmend dynamischen und wettbewerbsfähigen Innovationsökosystems in Südtirol beizutragen. „Mit dem AI-Lab bündeln wir die Kompetenzen, die an der Freien Universität Bozen in den unterschiedlichen Bereichen der Künstlichen Intelligenz vorhanden sind“, erklärt der Leiter des AI-Lab Prof. Diego Calvanese. Mit der Eröffnung des Labors setzt die Südtiroler Universität einen bedeutenden Impuls zur Stärkung ihrer Rolle als zentrale Anlaufstelle für technologische Innovation sowie für die Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft und lokaler Wirtschaft.
Zu den Zielsetzungen des AI-Lab zählt die Bereitstellung maßgeschneiderter Beratungsleistungen für Unternehmen und öffentliche Einrichtungen der Autonomen Provinz Bozen bei der Entwicklung von Lösungen für Datenmanagement, Datenanalyse und Geschäftsprozesse. Darüber hinaus bietet das Labor auch eine Lernumgebung auf höchstem technologischem Niveau für Studierende und leistungsstarke Rechen- und Datenspeicherinfrastrukturen der neuesten Generation für Forschende.
So möchte die Freie Universität Bozen zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit Südtiroler Unternehmen beitragen und den Einsatz von Künstlicher Intelligenz in für die Region zentralen Wirtschaftsbereichen fördern – darunter Tourismus, Landwirtschaft, Automobilindustrie, Energieproduktion und -verteilung sowie das verarbeitende Gewerbe.
Das Labor wurde mit Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) finanziert und verfügt über modernste technische Ausstattung: leistungsstarke Rechensysteme, darunter Hochleistungsserver für Datenverarbeitung und die Entwicklung von KI-Modellen, eine großflächige Videowand zur gemeinsamen Visualisierung von Projekten, Simulationen und Ergebnissen, fünfzehn Einzelarbeitsplätze mit leistungsfähigen Computern und Doppelmonitoren zur Unterstützung von Programmierungs- und Analysearbeiten sowie eine multimediale Ausbildungsstation für Lehrveranstaltungen, Workshops und interaktive Demonstrationen.
KI-Training bei ADHS
An der Eröffnung des AI-Lab nahmen die Prorektorin für Forschung und Innovation der unibz, Prof.in Tanja Mimmo, der Dekan der Fakultät für Ingenieurwesen, Prof. Andrea Gasparella, sowie der Koordinator des AI-Lab, Prof. Diego Calvanese, teil. Filippo Boschello, Psychiater des Südtiroler Sanitätsbetriebs, und der unibz-Forscher Floriano Zini präsentierten zudem das Projekt „AI-based Cognitive Training for ADHD“ („KI-basiertes kognitives Training für ADHS“), das im Rahmen der Ausschreibung Research Südtirol/Alto Adige (2024) gefördert wurde.
Das Projekt, das die Infrastruktur des AI-Lab nutzen wird, stellt einen weiteren wichtigen Schritt in der Zusammenarbeit zwischen der Fakultät für Ingenieurwesen der unibz und dem Südtiroler Sanitätsbetrieb im Bereich der Anwendung von Künstlicher Intelligenz im Gesundheitswesen dar. Ziel des Projekts ist die Entwicklung KI-gestützter Instrumente für das kognitive Training von erwachsenen Patientinnen und Patienten mit Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS). Im Anschluss an die Präsentationen hatten die Teilnehmenden Gelegenheit, das Labor zu besichtigen.
Im Laufe des Tages fand außerdem ein interner Workshop für Forschende der Freien Universität Bozen statt. Ziel war es, den Austausch zwischen Forschungsgruppen zu fördern, die Methoden und Technologien der Künstlichen Intelligenz entwickeln, und jenen Gruppen, die diese auf konkrete Herausforderungen in der Praxis anwenden möchten.
Science Aperitif für breite Öffentlichkeit
Am Nachmittag findet um 17.30 Uhr in der Aula Magna der Fakultät für Ingenieurwesen eine Publikumsveranstaltung mit dem Titel „KI: Zauberstab oder Büchse der Pandora?“ statt. Bei diesem Science Aperitif werden Diego Calvanese und Marco Montali, Professoren der Fakultät für Ingenieurwesen mit langjähriger Forschungs- und Lehrerfahrung im Bereich der Künstlichen Intelligenz, die Grundlagen dieser Disziplin allgemeinverständlich und anschaulich erläutern sowie ihre Potenziale, Grenzen und Herausforderungen aufzeigen. Die Veranstaltung findet in italienischer Sprache statt.
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