Verbraucherschutz und EU-Vorschriften: Kurs startet
Von Redaktion
Am 17. April startet der Weiterbildungskurs „Consumer Law Ready“, eine gemeinsame Initiative der Freien Universität Bozen (Fakultät für Wirtschaftswissenschaften) und der Handels-, Industrie-, Handwerks-, Tourismus- und Landwirtschaftskammer Bozen. Ziel des Lehrgangs ist es, praxisorientierte und aktuelle Kenntnisse im Verbraucherrecht zu vermitteln, die für unternehmerische Tätigkeiten sowohl im Tagesgeschäft wie auch im Online-Handel wichtig sind.
Der Kurs findet zum zweiten Mal statt. Er soll Personen ausbilden, die ihr Wissen anschließend in Unternehmen weitergeben können. Dabei geht es insbesondere um verbraucherrechtliche Fragestellungen in der Marktkommunikation sowie in vertraglichen Beziehungen mit einzelnen Konsumentinnen und Konsumenten. Angesprochen sind vor allem kleine und mittlere Unternehmen des Landes – sowohl im klassischen Vertragsumfeld als auch im Online-Bereich.
„Mit der Neuauflage des Kurses bauen wir das Weiterbildungsangebot der unibz zu entscheidenden Fragen der unternehmerischen Praxis weiter aus und fördern zugleich die Qualität der Beziehungen zu Verbraucherinnen und Verbrauchern – auch im digitalen Umfeld“, betont Laura Valle, Professorin für Vertragsrecht an der Fakultät für Wirtschaftswissenschaften und wissenschaftliche Leiterin des Kurses.
Der Lehrgang ist Teil des EU-Programms „Consumer Law Ready“, das von der EU-Kommission initiiert und von einem Konsortium bestehend aus Eurochambres, BEUC und SMEunited umgesetzt wird. Ziel ist es, die Rechtskonformität zu stärken, Streitfälle zu reduzieren und das Vertrauen in den Binnenmarkt zu fördern. Seit 2024 fungiert die Handelskammer Bozen als nationale Lead-Trainerin für Italien. Die Europäische Kommission finanziert das Projekt und übernimmt die Kosten für die Erstellung der Lehrmaterialien, die Ausbildung der Lead-Trainer sowie für Informations- und Monitoringmaßnahmen.
„Mit dem Projekt Consumer Law Ready möchte die Handelskammer dazu beitragen, die Kompetenzen von Unternehmen und Fachleuten im Bereich Verbraucherrechte zu stärken und transparente Vertragsbeziehungen zu fördern, die dem europäischen Rechtsrahmen entsprechen. Die Zusammenarbeit mit der Freien Universität Bozen ermöglicht es, die Verbindung zwischen der Unternehmenswelt und der akademischen Welt zu festigen und den in der Region vorhandenen Kompetenzen Sichtbarkeit zu verleihen“, unterstreicht Eleonora Chiappini, Direktorin des Amtes für Umwelt- und Wettbewerbsschutz der Handelskammer Bozen.
Inhalte und Aufbau
Der Lehrgang umfasst insgesamt 30 Unterrichtsstunden, verteilt auf fünf Präsenztage. Behandelt werden unter anderem folgende Themen: Informationspflichten und Widerrufsrecht bei Online-Verträgen, missbräuchliche Vertragsklauseln, unlautere Geschäftspraktiken und Greenwashing, Gewährleistungsrechte sowie das „Recht auf Reparatur“, Haftung für fehlerhafte Produkte, Zugang zum Recht sowie alternative und Online-Streitbeilegungsverfahren (ADR/ODR). Darüber hinaus werden Pflichten in digitalen Märkten unter besonderer Berücksichtigung des Digital Services Act und des Digital Markets Act erläutert. Unterrichtssprachen sind Deutsch und Italienisch.
Zielgruppe und Teilnahme
Der Kurs richtet sich an Absolventinnen und Absolventen, Studierende, Fachkräfte sowie Mitarbeitende von Unternehmen. Voraussetzung für die Teilnahme ist ein Abschluss der Sekundarstufe II. Die Teilnahme ist kostenlos; lediglich die gesetzlich vorgesehene Stempelgebühr ist bei der Anmeldung bzw. bei Ausstellung der Teilnahmebestätigung zu entrichten. Die Zahl der Teilnehmenden ist auf 35 Personen begrenzt. Die Anmeldung erfolgt online unter:
https://www.unibz.it/it/faculties/economics-management/consumer-law-ready/
Anmeldeschluss ist der 13. März 2026.
Nach regelmäßiger Teilnahme wird eine Teilnahmebestätigung ausgestellt. Zusätzlich besteht die Möglichkeit, eine freiwillige Abschlussprüfung abzulegen. Bei erfolgreichem Abschluss verleiht die Handelskammer ein von der Europäischen Union anerkanntes Zertifikat als „Local Trainer“.
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