Moritz Ploner gewinnt Euregio-JungforscherInnenpreis 2026
Von Giulia Maria Marchetti
Moritz Ploner von der Fakultät für Ingenieurwesen der Freien Universität Bozen hat den Euregio-JungforscherInnenpreis 2026 in der Kategorie „Technische Wissenschaften, Naturwissenschaften und Medizin“ gewonnen. Die Auszeichnung wurde am 29. August im Rahmen der Euregio-Days beim European Forum Alpbach verliehen. Ploner überzeugte die Fachjury mit seinem Forschungsprojekt „Wearable Sweat Cytokine Sensing for Decentralized Health Monitoring“, das sich mit tragbaren Schweißsensoren zur Gesundheitsüberwachung beschäftigt.
Ploner forscht am Sensing Technologies Laboratory unserer Fakultät für Ingenieurwesen. Dort entwickelt er flexible elektrochemische Sensoren, die bestimmte Biomarker im menschlichen Schweiß auch in sehr niedrigen Konzentrationen nachweisen können. Im Mittelpunkt seiner Arbeit stehen die beiden Zytokine Interleukin-6 (IL-6) und Tumornekrosefaktor Alpha (TNF-α). Zytokine sind Botenstoffe, die an der Steuerung der Immunantwort beteiligt sind. Veränderte Konzentrationen können unter anderem auf Entzündungsprozesse im Körper hinweisen.
Heute werden solche Biomarker in der Regel durch Blutanalysen in spezialisierten Laboren bestimmt. Ploners Forschungsansatz setzt hingegen auf eine andere Methode: Künftig könnten flexible Sensoren direkt auf der Haut angebracht und in tragbare Geräte integriert werden. Sie würden den Schweiß analysieren und so Informationen über die Immunaktivität liefern – ohne Blutabnahme und potenziell auch über längere Zeiträume hinweg.
Die von Moritz Ploner entwickelte tragbare Plattform dient der nicht-invasiven Erkennung von Entzündungsbiomarkern im Schweiß. Sie kombiniert flexible elektrochemische Sensoren mit mikrofluidischen Systemen, die selbst kleinste Schweißmengen gezielt zu den Sensoren leiten. Die Messsignale werden mithilfe maschinellen Lernens analysiert. Auf diese Weise sollen mehrere Biomarker gleichzeitig zuverlässig erfasst und die gewonnenen Daten für eine mobile Gesundheitsüberwachung nutzbar gemacht werden. Langfristig könnte diese Technologie neue Möglichkeiten zur Gesundheitsüberwachung in Echtzeit eröffnen. Denkbare Anwendungsbereiche reichen von der Telemedizin und personalisierten Diagnostik bis zur Früherkennung von Krankheiten. Besonders relevant könnte der Ansatz für abgelegene Gebiete sein, in denen der regelmäßige Zugang zu diagnostischen Einrichtungen mit längeren Wegen verbunden ist. Tragbare Sensorsysteme könnten dort dazu beitragen, Untersuchungen dezentral durchzuführen und Gesundheitsdaten kontinuierlicher zu erfassen. Die Technologie befindet sich jedoch noch in der Forschungs- und Entwicklungsphase und ist derzeit nicht für die medizinische Diagnose im Alltag bestimmt.
Der Euregio-JungforscherInnenpreis wurde 2026 erstmals in zwei Fachkategorien vergeben. Insgesamt reichten 49 Nachwuchsforschende unter 35 Jahren ihre Projekte ein. Für alle Euregio-Awards zusammen gingen 105 Einreichungen ein – so viele wie noch nie. Die Finalistinnen und Finalisten präsentierten ihre Projekte in Alpbach einer Fachjury unter dem Vorsitz von Prof.in Ulrike Tappeiner, Leiterin des Instituts für Alpine Umwelt von Eurac Research. Der erste Platz ist mit 4.500 Euro dotiert.
„Diese Auszeichnung bedeutet mir sehr viel, weil sie zeigt, dass meine Forschungsarbeit nicht nur wissenschaftlich relevant ist, sondern auch konkrete Perspektiven für die Gesundheitsversorgung eröffnet. Mit tragbaren Sensoren möchte ich wichtige Gesundheitsinformationen künftig einfach und nicht-invasiv erfassbar machen und damit neue Möglichkeiten für eine zugänglichere medizinische Versorgung schaffen – besonders in abgelegenen Regionen. Der Preis bestärkt mich darin, meine Forschungsarbeit mit der Unterstützung des Teams am Sensing Technologies Laboratory weiterzuentwickeln“, sagt Ploner.
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