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Free University of Bozen-Bolzano

BERG: unibz und Eurac Research vernetzen Grenzforschung im Alpenraum

Wie prägen Grenzen den Alltag, die Zugehörigkeit und die Zusammenarbeit zwischen Regionen? Die Border Expertise and Research Group (BERG) untersucht diese Fragen interdisziplinär.

By Ingrid Kofler

Vier lächelnde Frauen stehen nebeneinander auf einer Wiese unter einem großen Baum.
Die wissenschaftlichen Koordinatorinnen der BERG-Initiative: v.l. Alice Engl, Ingrid Kofler, Elisabeth Alber, Verena Wisthaler. Foto: unibz

Südtirol bietet besondere Voraussetzungen, um Grenzen zu erforschen: Mehrsprachigkeit, Minderheitenrechte, historische Grenzverschiebungen und grenzüberschreitende Zusammenarbeit treffen hier auf vielfältige Alltagserfahrungen. Die Region ist damit ein ideales Labor, um zu untersuchen, wie Grenzen verbinden, unterscheiden und das gesellschaftliche Zusammenleben prägen.

Dieses Zusammenspiel bildet den Ausgangspunkt der Border Expertise and Research Group (BERG). Vom 23. bis 25. September 2026 brachte der von der Freien Universität Bozen organisierte Gründungsworkshop im Haus Masatsch in Kaltern lokale und internationale Experten der Border Studies zusammen. Wissenschaftlich koordiniert wurde das Treffen von Prof.in Ingrid Kofler von der Fakultät für Design und Künste der unibz sowie Elisabeth Alber, Alice Engl und Verena Wisthaler von Eurac Research. Die Zusammenarbeit bündelt die Kompetenzen beider Einrichtungen und legt die Grundlage für ein dauerhaftes Forschungs- und Austauschnetzwerk.

Ein zentrales Anliegen von BERG ist die Interdisziplinarität. Perspektiven aus Soziologie, Geografie, Politik- und Rechtswissenschaften und Anthropologie kamen miteinander ins Gespräch. Denn Grenzen sind zugleich rechtliche und politische Ordnungen, räumliche Strukturen und soziale Erfahrungen. Um ihre Wirkungen zu verstehen, müssen diese Dimensionen gemeinsam betrachtet werden.

Teilnehmende sitzen in einem Seminarraum rund um einen großen Tisch, während eine Frau an einer Pinnwand spricht.
Internationale Expert:innen entwickelten beim BERG-Gründungsworkshop gemeinsame Fragen und Perspektiven für die interdisziplinäre Grenzforschung. Foto: unibz

Die Beiträge untersuchten unter anderem europäische Integration, grenzüberschreitende Governance, soziale Ungleichheiten und Vorstellungen von Zugehörigkeit. Internationale Beispiele eröffneten Vergleichsperspektiven für den Alpenraum. Ein eigener Schwerpunkt widmete sich der alpinen Zusammenarbeit; weitere Diskussionen beschäftigten sich mit Methoden, die Alltagserfahrungen und bislang wenig sichtbare Perspektiven erschließen.

Als gemeinsame Ansatzpunkte zeichneten sich die Verbindungen zwischen institutioneller Zusammenarbeit, gelebten Beziehungen und gesellschaftlichen Vorstellungen von Grenzen ab. Diskutiert wurde auch, wie Krisen diese Beziehungen verändern und unter welchen Bedingungen Kooperation, Vertrauen und Beteiligung entstehen können.

Der Bezug zur Praxis stand im Mittelpunkt der Gesprächsrunde zur grenzüberschreitenden Governance in alpinen Regionen mit: Federica Cittadino (Eurac), Raffaella Coletti (CNR), Martha Gärber (Direktorin der Abteilung Europa, Autonome Provinz Bozen-Südtirol), Francesco Palermo (Eurac Research) und Loris Servillo (Polito). Sie unterstrichen den Anspruch, Forschung mit den Fragen regionaler Entwicklung und grenzüberschreitender Zusammenarbeit zu verbinden.

BERG soll über den Workshop hinaus einen regelmäßigen, strukturierten Austausch ermöglichen. Ziel sind gemeinsame Forschung, Veranstaltungen und der Dialog mit Verwaltung, Politik und Zivilgesellschaft. Südtirol soll dabei sowohl als Forschungsraum als auch als Treffpunkt dienen: Hier können internationale Expertise und regionale Erfahrungen zusammengeführt werden, um Grenzen im Alpenraum besser zu verstehen und Wissen für die Praxis zugänglich zu machen.

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