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Freie Universität Bozen

CLF 2026 in Bozen: Learning Factories und neue Lernfabrik der unibz

Vom 5. bis 8. Mai veranstaltet die unibz die CLF 2026. Gleichzeitig startet die "Engineering Learning Factory", in der Studierende industrielle Produktionszyklen praxisnah simulieren.

Von Redaktion

Zwei Studierende arbeiten in einem Labor an elektronischen Bauteilen; auf einem Tisch liegen Werkzeuge und kleine Drohnenkomponenten, während ein Monitor im Hintergrund ein 3D-Modell einer Drohne zeigt.
Studierende unterschiedlicher Studienrichtungen arbeiten gemeinsam an einem Drohnenprojekt.

Eine Woche lang wird die Freie Universität Bozen dank der CLF 2026, der jährlichen Konferenz der IALF (International Association of Learning Factories), zum Zentrum innovativer Lehre. Eine Learning Factory (Lernfabrik) ist eine praxisnahe Lernumgebung, in der Prozesse und Technologien industrielle Abläufe widerspiegeln und so einen direkten Zugang zum Produktentstehungsprozess ermöglichen. In diesen Kontexten können Studierende industrielle Prozesse hautnah erleben – von der Entwicklung über die Produktion bis hin zur Qualitätskontrolle und Logistik – und dabei praxisnah lernen sowie aktiv an der Herstellung von Produkten teilnehmen.

Erstmals findet die Konferenz in Südtirol statt und zieht über 140 Teilnehmende aus 26 Nationen an. Im Mittelpunkt stehen die Learning Factories, die aus unterschiedlichen Perspektiven betrachtet werden: Einerseits wird ihre innovative Rolle in der Ingenieurausbildung beleuchtet, insbesondere durch moderne Lehrmethoden wie „Learning by Doing“ und problemorientiertes Lernen. Andererseits werden praktische Aspekte behandelt – von der Planung und dem Betrieb der Infrastruktur bis hin zu neuen Technologien wie kollaborativer Robotik, 5G, Cybersicherheit und Künstlicher Intelligenz sowie deren Einsatz in diesen Strukturen.

Während der Konferenz werden mehrere Hauptredner auftreten, welche die Learning Factories der Zukunft vorstellen. In seinem Vortrag „Experienced Learning: Education Engineered for the Next Industrial Age“ wird Torbjørn Netland, Professor an der ETH Zürich, darüber sprechen, wie sich erfahrungsbasiertes Lernen künftig verändern wird. Zu den Gästen gehört auch Vincent Mauroit, Direktor der Abteilung für Innovation und Technologietransfer des NOI Techpark Bozen, der in seinem Vortrag „NOI Techpark Innovation Ecosystem: Bridging Research and Industry in South Tyrol“ die Rolle des NOI als Innovationsstandort in Südtirol erläutern wird.

Begleitend zur Konferenz haben Teilnehmende die Möglichkeit, einige Südtiroler Unternehmen zu besuchen, darunter Alpitronic, ein wichtiger Akteur im Bereich E-Mobilität, Würth Italien, das kürzlich eines der modernsten Logistikzentren Europas errichtet hat, sowie die Obstgenossenschaft Roen, die innovative Automatisierungs- und KI-Systeme einsetzt.

„Die Ausrichtung der CLF 2026 an der Freien Universität Bozen ist für uns eine wichtige Gelegenheit, Forschung, Lehre und Industrie auf internationaler Ebene miteinander zu vernetzen“, erklärt Erwin Rauch, Professor für Intelligente und Nachhaltige Produktion an der unibz und Organisator der Konferenz. „Learning Factories sind ein immer zentraleres Ausbildungsmodell im Ingenieurwesen, da sie es den Studierenden ermöglichen, sich direkt mit realen Produktionsprozessen auseinanderzusetzen.“

unibz erweitert ihre Learning Factory

 Diese Vision wird auch vom Dekan der Fakultät für Ingenieurwesen, Prof. Andrea Gasparella, geteilt, der die Erweiterung der „Learning Factory“ innerhalb der Fakultät vorantreibt. Derzeit finden die Aktivitäten noch in verschiedenen Laboren der Fakultät statt, doch in den kommenden Jahren ist die Realisierung einer eigentlichen „Engineering Learning Factory“ geplant, die diese Erfahrungen in einer integrierten Umgebung zusammenführt.

Mit der Konferenz beginnen offiziell auch die erweiterten Aktivitäten der „Engineering Learning Factory“ der unibz – ein echtes didaktisches Ökosystem, das Studierenden verschiedener Studiengänge der Fakultät für Ingenieurwesen ermöglicht, gemeinsam an konkreten Projekten zu arbeiten und sich mit industriellen Prozessen auseinanderzusetzen.

„Mit dem Start unserer Engineering Learning Factory wollen wir eine Umgebung schaffen, in der Theorie und Praxis miteinander verbunden werden und die Studierenden auf die Herausforderungen der nächsten industriellen Ära vorbereitet“, erklärt Prof. Gasparella. „Die Arbeitswelt benötigt zunehmend Menschen, die nicht nur theoretisch gut ausgebildet sind, sondern ihre Kompetenzen auch praktisch in realen und komplexen Kontexten anwenden können.“

Ein Beispiel für Aktivitäten, die Studierende der Fakultät bereits erleben können, ist die Entwicklung einer Drohne – von der Planung über die Produktion bis zur Inbetriebnahme. Dieses Projekt erfordert Kompetenzen in Maschinenbau, Industrieingenieurwesen, Elektronik und Informatik und fördert die Zusammenarbeit zwischen Studierenden unterschiedlicher Fachrichtungen. Darüber hinaus haben Studierende im Rahmen der „Engineering Learning Factory“ die Möglichkeit, an sogenannten Industry Challenges teilzunehmen – von Unternehmen gestellte Aufgaben aus der Praxis, für die innovative Lösungen entwickelt werden sollen.

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