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Free University of Bozen-Bolzano

Alumni

„Gebrandet“ fürs Leben

Die unibz war 2014 nicht ihre erste Wahl – aber die wohl beste ihres Lebens. Heute trägt Marketingexpertin Ildikó Tóth aus Ungarn Südtirol nicht nur im Herzen, sondern auch auf der Haut.

By Martina Hofer

Lächelnde Person mit Zopf, Rucksack und Sportkleidung lehnt an einem Holzgeländer auf einem Aussichtspunkt, mit grünen Tälern und Bergen im Hintergrund.
Sie trägt die Dolomiten nicht nur im Herzen, sondern auch als Tattoo auf der Haut. Foto: privat

Ihre Hauptkundschaft sitzt in Ungarn, und doch steht der Schreibtisch von Ildikó Tóth in Burgstall, anstatt in Budapest. Als Marketingmanagerin für Exportländer beim Südtiroler Unternehmen für glutenfreie Nahrungsmittel Schär kümmert sich die 31-Jährige seit gut einem Jahr hauptsächlich um den Markt in ihrer Heimat. „Es ist nach wie vor ungewöhnlich, im Job Ungarisch zu sprechen. Seit ich arbeite, waren Englisch, Deutsch, Italienisch die wichtigsten Sprachen, um zu kommunizieren“, erzählt die 31-Jährige, die 2014 nach Südtirol gekommen ist – des Studiums wegen.

„Ursprünglich wollte ich in die USA gehen, da ich dort ein Sportstipendium in Aussicht hatte. Doch irgendwann hatte ich einfach das Gefühl, dass das nicht der richtige Weg für mich ist“, schildert Tóth. Eine Lehrerin an ihrer Schule erzählte ihr schließlich von einer anderen Schülerin, die an der Freien Universität Bozen studiert. „Das Konzept mit den drei Sprachen hat mich sofort angesprochen.“

Die Entscheidung für die Wirtschaftsfakultät in Bozen fiel schnell – und erwies sich als richtungsweisend, auch wenn die italienische Sprache anfangs eine hohe Barriere war. „Ich hatte keinerlei Vorkenntnisse, es war hart. Am Ende des Studiums konnte ich aber ein solides Niveau vorweisen.“ Überhaupt habe sie viel aus der Studienzeit mitgenommen. „Das Studium an der Freien Universität Bozen war sehr praxisnah, ich kannte jede Professorin und jeden Professor – und sie kannten mich. Das war ein großer Vorteil.“

Von 2014 bis 2017 studierte die Ungarin „Economics and Management" in Bozen, 2021 schloss sie das Masterstudium „Innovation and Entrepreneurship“ ab. Noch während des Studiums begann sie ihre Arbeit bei Schär, seit knapp zwei Jahren nun bekleidet sie die Position der Marketingmanagerin. „Meine Sprachkenntnisse waren sicher ein Türöffner“, ist sie überzeugt. Doch auch die Marketinggrundlagen aus dem Studium an der Freien Universität Bozen sind für sie ein solides Fundament ihrer täglichen Arbeit.

Dass sie von einer kleinen Bergprovinz aus am Markt agiert, empfindet die Ungarin alles andere als einen Nachteil. „Ich schaue aus dem Fenster und sehe Natur, keine Plattenbauten. Außerdem gibt es hier sehr viele innovative Unternehmen im Lebensmittelbereich, die international gut dastehen und tolle Jobmöglichkeiten bieten“, schwärmt sie und genießt die Lebensqualität und die gute Work-Life-Balance, die ihr Südtirol bietet, gleichermaßen. Zurückkehren nach Ungarn möchte sie aktuell nicht. „Ich vermisse natürlich meine Familie, doch viele meiner Freunde sind ebenfalls ins Ausland gezogen.“

Person mit Rucksack und Wanderstöcken steht in einer felsigen Hochgebirgslandschaft vor einer steilen Felswand und einem Gletscherrest unter blauem Himmel.
Ildikó Tóth genießt die gute Work-Life-Balance, die ihr Südtirol bietet. Foto: privat

 

Tóth selbst wohnt aktuell mit ihrem Lebensgefährten in Gargazon. Die Freizeit nutzt die 31-Jährige am liebsten für Bergwanderungen, Skifahren oder Kletterrouten. „Leider ist der Overtourism in den vergangenen Jahren immer mehr spürbar, weshalb ich gewisse Orte in der Hauptsaison einfach meide“, kennt die Ungarin auch die andere Seite der Medaille.

Hat sie dennoch Sehnsucht nach ihren geliebten Dolomiten, krempelt sie kurzerhand die Ärmel hoch. Auf ihrem rechten Unterarm prangt nämlich ein Tattoo der Geisler Spitzen rund um Furchetta und Sass Rigais. Eine Liebeserklärung an ihre Wahlheimat, sagt sie über das Motiv, dass sie so nicht mit Tausenden Touristen und Influencern teilen muss.

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