Euregio-Premiere: Wissenschaft und Industrie rücken enger zusammen
By Editorial Team
1,86 Milliarden Euro für Forschung und Entwicklung, mehr als jeder zweite Euro davon im Unternehmenssektor: Das zeigen die jüngsten für alle drei Regionen vergleichbaren Eurostat-Daten für 2023. Diese Forschungsstärke ist ein zentraler Motor des wirtschaftlichen Erfolgs der Europaregion – sichtbar in ihren international erfolgreichen, technologie- und innovationsgetriebenen Industrieunternehmen.
Am 3. September 2026 wurde in Innsbruck der nächste Schritt gesetzt: regionale Erfolgsmodelle über die Grenzen hinweg zu einem gemeinsamen Innovationsraum zu verbinden und daraus neue Forschungsprojekte, industrielle Anwendungen und Wertschöpfung zu entwickeln. „Der künftige Erfolg unserer heimischen Industrie entscheidet sich an ihrer Innovationskraft. Dafür verfügt die Europaregion Tirol–Südtirol–Trentino über außergewöhnliche Voraussetzungen: exzellente Hochschulen, international erfolgreiche Industrieunternehmen und bewährte Kooperationen. Jetzt müssen wir aus regionaler Stärke gemeinsame Schlagkraft machen. Ziel dieses Austauschs ist es, Forschung schneller in industrielle Anwendung zu bringen – für neue Technologien, zusätzliche Wertschöpfung und hochwertige Arbeitsplätze“, sagt Max Kloger, Präsident der Industriellenvereinigung Tirol.
Erfolgsmodelle weitertragen
Die Freie Universität Bozen, die Universität Innsbruck, die Medizinische Universität Innsbruck, die UMIT TIROL, die Universität Trient, das Management Center Innsbruck und die Hochschule Kufstein Tirol stellten ausgewählte Beispiele ihrer Zusammenarbeit mit Wirtschaft und Industrie vor. Im Mittelpunkt standen Forschungs- und Innovationsprojekte, Wissens- und Technologietransfer, Kooperationen in Lehre und Weiterbildung sowie gemeinsame Ansätze zur Fachkräftesicherung. Entscheidend war dabei nicht allein, was in einer Region bereits funktioniert. Der gemeinsame Blick richtete sich darauf, welche Erfolgsfaktoren übertragbar sind, wo sich Kompetenzen ergänzen und aus welchen bestehenden Ansätzen neue grenzüberschreitende Partnerschaften entstehen können.
„Südtirol hat mit der Freien Universität Bozen eine Universität geschaffen, die in jenen Bereichen lehrt und forscht, die für die Zukunft und den Wohlstand unseres Landes von strategischer Bedeutung sind. Gemeinsam mit den anderen Forschungseinrichtungen trägt unibz dazu bei, Wissen, Innovation und qualifizierte Fachkräfte vor Ort zu stärken und damit die Wettbewerbsfähigkeit Südtirols langfristig zu sichern", sagte Alex Weissensteiner, Rektor der Freien Universität Bozen. „Gleichzeitig wissen wir, dass Innovation heute nicht an regionalen Grenzen haltmacht. Eine noch engere Zusammenarbeit von Wissenschaft und Wirtschaft auf Euregio-Ebene ist daher ein konsequenter weiterer Schritt. Sie eröffnet neue Möglichkeiten, Kompetenzen zu bündeln, voneinander zu lernen und gemeinsam innovative Lösungen zu entwickeln. Diesen Weg unterstützt die Freie Universität Bozen ausdrücklich.”
Unternehmen als Forschungspartner
Mit den Präsidien der Industriellenvereinigung Tirol, des Unternehmerverbandes Südtirol und der Confindustria Trento waren führende Industrieunternehmen aus allen drei Regionen unmittelbar in die Diskussion eingebunden. Die Unternehmensvertreter gaben Feedback zu den vorgestellten Initiativen und brachten die Perspektive der industriellen Praxis ein. Damit wurde die Übertragbarkeit der Modelle auch mit jenen Unternehmen diskutiert, die technologische Anforderungen und Anwendungserfahrung in mögliche Kooperationen einbringen.
„Junge, gut ausgebildete Menschen mit digitalen und vor allem auch technischen Kompetenzen sind unser Potenzial. In vielen Kooperationsprojekten mit den Universitäten und Hochschulen suchen wir deshalb frühzeitig den Kontakt mit den Studierenden und zeigen ihnen die attraktiven beruflichen Perspektiven in unseren High-Tech-Unternehmen auf“, erklärt Alexander Rieper, Präsident des Unternehmerverbands Südtirol.
Neue Partnerschaften im Blick
Der Austausch in Innsbruck brachte Hochschulleitungen und führende Industrieunternehmen erstmals in einem Euregio-weiten Arbeitsdialog zusammen. Daran knüpfen die drei Industrieverbände an. Sie verankern die grenzüberschreitende Vernetzung von Wissenschaft und Industrie stärker in ihrer gemeinsamen strategischen Arbeit, führen den Dialog fort und entwickeln das Euregio-Format weiter.
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