Vereinbarung unterzeichnet: Studierende nehmen Dolomiten-Hotspots unter die Lupe
Von Redaktion
Die Verbindung von Theorie und Praxis im Studium ist seit Jahren ein zentraler Anspruch der Freien Universität Bozen. Mit der heute unterschriebenen Kooperationsvereinbarung schafft sie nun gemeinsam mit der öffentlichen Verwaltung und der Stiftung Dolomiti UNESCO die Grundlage, Mobilitätsdaten gezielt für innovative Lehrformate einzusetzen. Ziel ist es, Studierenden praxisnahe Einblicke in aktuelle Herausforderungen der öffentlichen Hand im Kontext nachhaltiger Entwicklung zu ermöglichen.
Konkret umfasst die Zusammenarbeit die Bereitstellung von Daten zu Besucherströmen und Mobilität in ausgewählten „Hotspot“-Gebieten des UNESCO-Welterbes Dolomiten, insbesondere rund um die Drei Zinnen. Die auf Analysen von Vodafone Analytics (Fastweb S.p.A.) basierenden Daten werden in vollständig anonymisierter und aggregierter Form für didaktische Zwecke zur Verfügung gestellt.
„Als Universität verstehen wir uns als Partner für das Land Südtirol und als Brücke zwischen Wissenschaft und regionaler Praxis. Kooperationen wie diese ermöglichen es, unser Know-how gezielt einzubringen, gemeinsam mit lokalen Akteuren Lösungsansätze zu entwickeln und gleichzeitig unsere Lehre weiter zu stärken“, erklärt Prof. Alex Weissensteiner, Rektor der Freien Universität Bozen.
Eingesetzt sollen die Daten künftig im Masterstudiengang „Public Policies and Innovative Governance“ an der Fakultät für Wirtschaftswissenschaften der unibz. Im Rahmen des Kurses „Soft Skills and Problem Solving Clinic“ bearbeiten Studierende damit reale Fragestellungen aus der Praxis und entwickeln evidenzbasierte Politiklösungen.
Aus Sicht der Wirtschaftswissenschaften ist die Initiative richtungsweisend für die Lehre. „Die Studierenden können ihr Können auf ein reales, äußerst komplexes und wichtiges Problem anwenden“, unterstreicht Wirtschaftsprofessor Alexander Moradi, wissenschaftlicher Leiter des Projekts. Dadurch werden insbesondere analytische Kompetenzen, Problemlösungsfähigkeiten sowie Teamarbeit und Kommunikationskompetenzen gestärkt. Moradi erhofft sich außerdem einen Mehrwert für das Gebiet und die Menschen vor Ort, da die Kooperation die Möglichkeit bietet, neue und methodisch innovative Ansätze durchzudenken.
Der Direktor der Abteilung Natur, Landschaft und Raumentwicklung des Landes, Florian Zerzer, bezeichnet die Zusammenarbeit als zukunftsweisenden Ansatz. „Erstmals werden gezielt junge Menschen und künftige Generationen in die Erarbeitung von Lösungen eingebunden, um Maßnahmen in besonders sensiblen und außergewöhnlichen wertvollen Kontexten wie den Drei Zinnen wirksam zu erarbeiten. Wir danken der Universität und der Stiftung Dolomiten UNESCO und erwarten die Ergebnisse der Studierenden mit Spannung.“
Auch Mara Nemela, Direktorin der Stiftung Dolomiten UNESCO, zeigt sich sehr erfreut über die Zusammenarbeit mit der Freien Universität Bozen. „Die Herausforderungen bei der Verwaltung des UNESCO-Welterbes betreffen zahlreiche Disziplinen. Insbesondere die Steuerung der Besucherströme zählt zu den komplexesten und anspruchsvollsten Aufgaben. Die Möglichkeit, die von der Stiftung über Jahre hinweg gesammelten Daten zu touristischen Hotspots mit der Universität zu teilen, eröffnet neue Perspektiven: Gemeinsam können wir das Potenzial dieses Monitorings weiter vertiefen und praxisnahe Ansätze entwickeln, um den Regionen wirksame Instrumente für innovative Lösungen zur Verfügung zu stellen.“
Die Kooperation erfolgt unentgeltlich und ist zunächst auf sechs Monate angelegt. Sie unterstreicht das gemeinsame Engagement der beteiligten Institutionen für nachhaltige Entwicklung, evidenzbasierte Politikgestaltung und eine praxisorientierte Hochschulbildung mit dem Ziel, innovative Lösungen für die Herausforderungen im sensiblen Naturraum der Dolomiten zu fördern.
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