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Freie Universität Bozen

Diplorama! 2026: Kunst und Design im Dialog mit der Gegenwart

Ausgewählte Abschlussarbeiten der Fakultät für Design und Künste sind am Campus Bozen und in der Stadtgalerie zu sehen. Eröffnung ist am 28. September, die Ausstellung läuft bis 10. Oktober.

Von Redaktion

Zwei Kinder spielen mit einem kleinen Segelzelt und bunten Kissen.
Ein modulares System aus aufblasbaren und textilen Elementen, mit denen Kinder spielerisch Räume und Verstecke gestalten können. Foto: unibz

Wie wird die eigene Biografie zum Ausgangspunkt für Fragen nach Sichtbarkeit und Zugehörigkeit? Was erzählt eine kaum enden wollende Reihe von Pokalen über unsere Leistungsgesellschaft? Und was hat ein Bienenstock mit unserer Zukunft zu tun?  Mit diesen und weiteren Fragen setzen sich junge Kunst- und Designschaffende der Freien Universität Bozen in ihren Abschlussarbeiten auseinander. Zu sehen sind sie in Diplorama!,der Ausstellung der Abschlussarbeiten an der Fakultät für Design und Künste, die am Montag, 28. September, um 18.30 Uhr am Campus Bozen Zentrum eröffnet wird. In diesem Jahr findet sie im Rahmen der BAW – Bolzano Art Weeks statt.

Nichts als selbstverständlich annehmen: Dazu lädt die neue Ausgabe von Diplorama! unter dem Titel „Assume Nothing“ ein. Zu sehen sind die Abschlussprojekte aus den Bachelorstudiengängen Kunst und Design sowie aus dem Masterstudiengang Eco-Social Design. Die diesjährige Ausgabe fällt zugleich mit dem zehnjährigen Bestehen des Bachelorstudienzweigs Kunst zusammen.

Person mit Hirtenstab steht zwischen einer grasenden Schafherde auf einer grünen Bergwiese.
Persönliche Erfahrungen bilden den Ausgangspunkt für eine künstlerische Auseinandersetzung mit Zugehörigkeit und Ausgrenzung. Foto: unibz

Die Ausstellung wurde von einem fakultätsinternen Team unter der Leitung der Forscherin und Dozentin Giulia Cordin gemeinsam mit den Kuratorinnen Zasha Colah und Chiara Siravo entwickelt. Als Teil der BAW und durch einen zweiten Standort mitten in Bozen ist Diplorama! in diesem Jahr erstmals auch außerhalb der Universität präsent und tritt damit stärker in den Dialog mit der Stadt und ihren Menschen.

„Das Thema ‚Assume Nothing‘ greift das Lebensgefühl junger Menschen auf, die mit einer immer instabileren Realität konfrontiert sind“, sagt die Dekanin der Fakultät für Design und Künste, Prof.in Elisabeth Tauber. „Die Ausstellung lädt dazu ein, Unsicherheit auszuhalten, offen für neue Möglichkeiten zu bleiben und Vertrautes infrage zu stellen.“

„Nicht alles zu wissen, kann produktiv sein“, sagt Giulia Cordin. Manche Arbeiten entstehen aus persönlichen Erfahrungen, andere aus der Auseinandersetzung mit einem Material, einer Technologie oder aus der genauen Beobachtung des eigenen Lebensumfelds. Ihre Ausdrucksformen reichen von Installationen, Filmen und Fotografien bis zu Publikationen, Objekten und digitalen Anwendungen.

Kunstinstallation mit zahlreichen Pokalen und Medaillen an den Wänden sowie kaputten Pokalen auf dem Boden.
Eine Installation mit einer Vielzahl von Pokalen und Medaillen thematisiert Leistungsdruck und das Streben nach Anerkennung. Foto. unibz

Wie unterschiedlich die Themen und Ansätze sind, zeigen einzelne Projekte: Alessia Formica verbindet in „The Goat Came Back Home“ Klang, Fotografie, Film und ein Manifest. Ausgehend von ihren Erfahrungen als Schwarze Frau in Bozen beschäftigt sie sich mit Zugehörigkeit, rassistischer Ausgrenzung und einer Sichtbarkeit, die an Bedingungen geknüpft ist. Gesellschaftliche Erwartungen stehen auch bei Benedikt Weiss im Mittelpunkt: In „The Optimised Self“ hinterfragt er eine Leistungskultur, die den Wert eines Menschen an messbaren Erfolgen festmacht. Einen stärker anwendungsorientierten wählt Eleonora Dal Cin. Mit „Prensile“ entwickelt sie individuell anpassbare Greifhilfen aus dem 3D-Drucker, die Kindern mit motorischen Einschränkungen alltägliche Tätigkeiten wie Schreiben, Essen oder Malen erleichtern sollen. Mit „TANA“ wiederum hat Leika Su Kutzke ein modulares System aus aufblasbaren und textilen Elementen entwickelt, mit dem Kinder spielerisch immer neue Räume und Verstecke bauen und gestalten können. Auch ökologische Fragen werden zu konkreten Gestaltungsaufgaben: So verwandelt Elisa Giacomelli vom Borkenkäfer gezeichnetes Holz in eine elektroakustische Gitarre, während Matteo Zanettin ein digitales, nichtinvasives System zur Überwachung der Gesundheit von Bienenstöcken entwickelt.

„Was mich immer wieder beeindruckt, ist der Mut vieler Studierender, die eigene Geschichte sichtbar zu machen und Verletzlichkeit zuzulassen“, sagt Cordin. Diplorama! liefert keine fertigen Antworten, sondern schafft einen Raum, in dem Gewissheiten hinterfragt und neue Perspektiven erprobt werden.

Diplorama! 2026 – Assume Nothing

Eröffnung: Montag, 28. September, 18.30 Uhr, Campus Bozen Zentrum (Darwin-Platz) und Stadtgalerie Bozen
Ausstellung: 29. September bis 10. Oktober, Campus Bozen Zentrum und Stadtgalerie Bozen
Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag, 10–12 Uhr und 15–19 Uhr

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