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Free University of Bozen-Bolzano

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Culture

Grenzlandschaften. Erinnerungen. Identität und aktuelle Grenzfragen

Am Mittwoch dieser Woche startet die Sommerreihe des Studiums Generale der Plattform für Kulturerbe und Kulturproduktion.

By Editorial Team

Betonsperre auf Almwiese mit Kühen.
Panzersperre am Reschenpass.

Grenzlandschaften sind mehr als nur Übergangsorte zwischen Territorien, sie sind Schauplätze verdichteter Geschichte, konflikthafter Erinnerung und kultureller Aushandlung. In der Lehrveranstaltung der Plattform für Kulturerbe und Kulturproduktion der unibz, die im Rahmen des Studium Generale allen Interessierten offensteht, werden Grenzräume als sozial konstruierte Landschaften betrachtet, in denen sich historische Brüche, politische Grenzziehungen und kollektives Gedächtnis niederschlagen. Die Veranstaltung verbindet Perspektiven aus Geografie, Soziologie, Geschichtswissenschaft, Architekturgeschichte und Kulturerbeforschung, um die symbolische und materielle Prägung von Räumen zu untersuchen. 

Den Auftakt macht am 18. März ein Vortrag in italienischer Sprache von Anna Casaglia, Professorin für politische und wirtschaftliche Geografie an der Fakultät für Internationale Studien und am Institut für Soziologie und Sozialforschung der Universität Trient. Unter dem Titel „Grenzen und Kontrollregime: Raum, Macht und Unterschiede neu denken“ wird sie darauf eingehen, wie Grenzen für die Entstehung und Reproduktion von Ungleichheiten und Asymmetrien entscheidend geworden sind. Der Vortrag findet ab 19.30 Uhr im Raum F0.01 des Campus Bozen Zentrum statt.
Am 15. April folgt ab 20 Uhr ein Vortrag des Architektur- und Kunsthistorikers Michael Falser in der Landesbibliothek Teßmann. Anhand konkreter Beispiele und aus interdisziplinärer Perspektive wird er Fragen nach der Entstehung von Grenzen und nach künstlerischen und kulturellen Praktiken in Grenzräumen beleuchten. Der Grenzraum Triest als historisch symbolträchtiger Ort und aktueller Brennpunkt von Migrationsbewegung auf der Balkanroute steht am 6. Mai im Mittelpunkt eines weiteren Vortrags in italienischer Sprache. Ab 18 Uhr wird Claudio Minca, Professor der Universität Bologna, im Raum F0.01 des Campus Bozen Zentrum die politischen Geografien analysieren, die diese unterschiedlichen Mobilitäten geprägt und die Rolle und das Image dieser Grenze erheblich neu definiert haben. 

Zu Ende des Semesters stehen Interessierten in diesem Jahr gleich zwei Exkursionen offen. Am 16. Mai führt Prof.in Ingrid Kofler führt an die sogenannte „unsichtbare Grenze“ zwischen Tret (Trentino) und St. Felix (Südtirol).  Am 6. Juni wird die Leiterin der Plattform Waldtraud Kofler Engl anhand zahlreicher baulicher Spuren auf die Geschichte des Reschenpasses als einen der wichtigsten historischen Alpenübergänge eingehen.

Für die beiden geführten Exkursionen ist eine Anmeldung erforderlich. Mehr Informationen zu den Veranstaltungen und zur Anmeldung finden sich auf der Webseite der Plattform für Kulturerbe und Kulturproduktion www.culturalheritage.unibz.it. 

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