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Freie Universität Bozen

Zehn Jahre Forschung an flexibler Elektronik und Sensorik

Am Montag, 14. September, findet an der Fakultät für Ingenieurwesen der unibz der internationale Workshop „Advances in Flexible (Bio)Electronics“ statt.

Von Redaktion

Flexible Sensoren.
Flexible Sensoren zum Nachweis von Zytokinen im Schweiß. Foto: unibz

Die Veranstaltung bietet einen Rückblick auf ein Jahrzehnt wissenschaftlicher Arbeit, in dem sich das Labor zu einem international anerkannten Forschungsstandort für flexible Elektronik, Bioelektronik und fortschrittliche Sensortechnologien entwickelt hat. Ermöglicht wurde dieses Wachstum auch durch Fördermittel aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE), mit denen Forschungsinfrastrukturen aufgebaut und Kooperationen mit Universitäten, Forschungszentren und Unternehmen im In- und Ausland gestärkt wurden.

Heute wird das Sensing Technologies Laboratory von Prof.in Luisa Petti geleitet, die für die wissenschaftliche Ausrichtung und strategische Weiterentwicklung verantwortlich ist. Gemeinsam mit ihr hat Prof. Paolo Lugli – ehemaliger Rektor der Freien Universität Bozen, Co-Direktor des Labors und Wegbereiter der neuen Fakultät für Ingenieurwesen – in den vergangenen Jahren ein internationales Kooperationsnetzwerk aufgebaut und die Forschung im Bereich Elektronik in Südtirol maßgeblich gestärkt. Der Workshop wird auch Gelegenheit bieten, ihn anlässlich seiner Pensionierung für diese Leistung zu würdigen.

Eine der Neuheiten, die vorgestellt werden, ist das Micro-Char LAB, ein im Rahmen des EFRE-Programms finanziertes Labor zur Mikrocharakterisierung, das mit einem Rasterelektronenmikroskop (SEM) der neuesten Generation ausgestattet ist. Damit lassen sich Materialien und Bauelemente im Nanometerbereich untersuchen und die Entwicklung innovativer Sensoren und neuer Technologien für unterschiedlichste Anwendungen beschleunigen.

Flexible Sensoren
Flexible Sensoren zum Nachweis von Zytokinen im Schweiß. Foto: unibz

Die am Sensing Technologies Laboratory entwickelten Lösungen finden in so unterschiedlichen Bereichen wie Gesundheit, Umwelt oder der intelligenten Landwirtschaft Anwendung. Zu den Projekten, die beim Workshop vorgestellt werden, zählt die Arbeit des Südtiroler Forschers Moritz Ploner. Er entwickelt flexible Sensoren, die in tragbare Armbänder integriert werden und Zytokine im Schweiß nachweisen können. Veränderungen dieser Moleküle können auf Erkrankungen wie Sepsis, Krebs und COVID-19 hinweisen, womit die Technologie neue Möglichkeiten für die digitale Gesundheit und das nicht-invasive Monitoring eröffnen könnte. Das Projekt entsteht im Rahmen seiner Doktorarbeit und wurde von Empatica kofinanziert, einem auf tragbare medizinische Geräte und digitale Biomarker spezialisierten Unternehmen. Das Projekt wurde mit dem ersten Preis in der Kategorie Naturwissenschaften des Euregio Young Researcher Award 2026 prämiert, einer Auszeichnung für Nachwuchsforschende aus der Euregio. Es ist Teil eines breiteren Forschungsfelds an der Fakultät, das auf die Entwicklung von Sensoren für die nicht-invasive Messung weiterer klinisch relevanter Moleküle und Hormone zielt – mit möglichen Anwendungen in der personalisierten Medizin und digitalen Gesundheit.

Einer der von Michele Gullino entwickelten dehnbaren Sensoren zur Überwachung des Apfelwachstums.
Einer der von Michele Gullino entwickelten dehnbaren Sensoren zur Überwachung des Apfelwachstums. Foto: unibz

Vorgestellt wird auch ein Projekt des Forschers Michele Gullino, in dem ein kostengünstiger dehnbarer Sensor entwickelt wird, der das Wachstum von Äpfeln direkt im Feld in Echtzeit misst. Das gemeinsam mit dem Versuchszentrum Laimburg und dem ECOPOM Lab der Universität Bologna entwickelte Gerät wird wie ein Gürtel um die Frucht gelegt und erfasst kontinuierlich die Zunahme ihres Umfangs. Die gewonnenen Daten können dabei helfen, die Bewirtschaftung von Obstanlagen zu optimieren, den idealen Erntezeitpunkt vorherzusagen und Entscheidungen in der Präzisionslandwirtschaft auf objektive Messdaten zu stützen. Dieses Projekt wurde auf internationaler Ebene prämiert und erhielt den ISHS Young Minds Award für das beste Poster, das beim International Horticultural Congress 2026 in Kyoto präsentiert wurde.

Der Workshop unter der Leitung von Prof.in Luisa Petti und Prof. Paolo Lugli bringt Forschende aus einigen der führenden europäischen Universitäten mit Vertreterinnen und Vertretern von Forschungseinrichtungen sowie lokalen und internationalen Partnerunternehmen zusammen, die in den vergangenen Jahren mit dem Labor kooperiert haben. Auf dem Programm stehen Themen wie Biosensoren, gedruckte Elektronik, nachhaltige Materialien, Sensoren für das Umweltmonitoring, Präzisionslandwirtschaft sowie Anwendungen künstlicher Intelligenz in der Elektronik.

Related people: Luisa Petti, Paolo Lugli, Moritz Ploner, Michele Gullino

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