Design und Kunst für Alternativen trotz Krisen und Kriegen
Von Redaktion
Seit über einem Jahrzehnt bringt die Konferenz By Design and by Disaster Designer:innen, Künstler:innen, Aktivist:innen, Wissenschaftler:innen, Unternehmer:innen und weitere Akteur:nnen zusammen, die sich auf vielfältige Weisen für sozial-ökologischen Wandel engagieren. Im Zentrum stehen aktuelle Herausforderungen und das geteilte Bewusstsein, dass es so nicht weitergehen kann und soll: Der Aufstieg autoritärer Kräfte sowie die vielfachen Krisen und Kriege rauben Hoffnung und schwächen die positive Handlungsfähigkeit von Gesellschaften. Wie lassen sich Ohnmachtsgefühle überwinden und Alternativen stärken? Wie entstehen solidarische Ökonomien und tragfähige Allianzen? Und welche Rolle können Design und Kunst in diesen Prozessen spielen?
Die Konferenz By Design and by Disaster, die seit 2013 vom Masterstudiengang Eco-Social Design der unibz organisiert wird, verbindet in bewährter Weise intellektuellen Austausch mit inspirierenden und gemeinschaftlichen Erfahrungen. Das Programm zu „...and now?“ bietet unterschiedliche Zugänge und Formate – von Vorträgen, Workshops und Performances bis hin zu informellen Begegnungen, gemeinsamem Essen, Konzerten und Tanz in lockerer, geselliger Atmosphäre.
Impulse kommen dabei von internationalen Gästen: Lisa Baumgarten widmet sich diskriminierungskritischer Designpädagogik, Bianca Elzenbaumer (Brave New Alps, La Foresta) zeigt, wie befreiender Wandel in der Geschichte selbst unter schwierigsten Umständen möglich war und welche Lehren sich daraus für die Gegenwart ziehen lassen, Manuel Grebenjak (radius) präsentiert Strategien zur Stärkung sozialer Bewegungen und Miriam Lang (Universidad Andina Simón Bolívar) vermittelt Einblicke in die Erfahrungen von Menschen und Organisationen in Südamerika, wo die Auswirkungen der Krisen wesentlich stärker zu spüren sind als hierzulande. Ergänzt wird das Programm durch Beiträge von Studierenden, Lehrenden und Alumni des Masterstudiengangs Eco-Social Design, die zehn Jahre Entwicklung, Erfolge und Herausforderungen dieses Feldes reflektieren und zukünftige Wege diskutieren.
Ein besonderes Element der diesjährigen Ausgabe ist der sogenannte Open Space am Freitagnachmittag, der von Sabina Frei moderiert wird, um gegen Ende des dichten Konferenzprogramms Raum dafür schafft, Themen zu vertiefen, Kontroversen auszutragen und nächste Schritte zu planen. Bei „By Design and by Disaster geht es nicht nur darum, zu verstehen, was die Krisen verursacht, sondern auch darum, Alternativen aufzubauen und gleichzeitig Widerstand gegen die Zerstörung und Ausbeutung zu leisten“, sagt Organisator Prof. Kris Krois von der Fakultät für Design und Künste der unibz.
Die BASIS Vinschgau Venosta bietet dafür einen passenden Rahmen: Von der ehemaligen Kaserne gehen neue Impulse aus. Die BASIS bringt junge Leute zurück nach Südtirol und Vielfalt in eine ländliche Region, die stark von touristischen und landwirtschaftlichen Monokulturen geprägt ist. „Dadurch bekommt auch die Konferenz eine besondere Qualität – sie wird zu einem Ort, an dem Alternativen nicht nur diskutiert, sondern lebendig erfahrbar werden.“, fügt Kris Krois hinzu.
Die Konferenzbeiträge finden in englischer Sprache statt – als gemeinsame Verständigungsbasis für alle Teilnehmenden. Gleichzeitig prägt ein vielsprachiger Austausch in Italienisch, Deutsch und Spanisch die Veranstaltung. Auch Personen mit geringen Englischkenntnissen sind ausdrücklich willkommen: Bei Bedarf unterstützen sich Teilnehmende gegenseitig beim Übersetzen. Im Mittelpunkt stehen nicht perfekte Sprachkenntnisse, sondern offene Begegnung und Austausch.
Das vollständige Programm ist online verfügbar unter: designdisaster.unibz.it/2026. Die Registrierung ist noch bis 12. Mai möglich.
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