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Freie Universität Bozen

Alumni

Seceda statt Skyline

Sie ist in Gröden aufgewachsen, hat an der unibz studiert und arbeitet nun als Wirtschaftsberaterin in Klausen. Daniela Runggaldier (28) zeigt, wie Karriere „dahoam“ funktionieren kann.

Von Martina Hofer

Frau mit Sonnenbrille und Rucksack wandert mit Trekkingstöcken zwischen Felsen auf einem Berg, im Hintergrund weite Berglandschaft unter blauem Himmel. Foto: Privat
Geboren im Grödnertal, tut sich Daniela Runggaldier schwer, sich der Magie der Bergwelt zu entziehen und ins Ausland zu gehen. Foto: Privat

In Frankfurts Finanzdistrikt Investments verwalten oder im Shanghai Tower Börsengänge begleiten – mit einem Master in „Finance & Accounting“ steht Absolvent:innen die globale Wirtschaftswelt offen. Wer jedoch einmal auf dem Langkofel (3.181m) gestanden hat, dem erscheint selbst das 38. Stockwerk eines Wolkenkratzers kaum noch spektakulär.

Seit Jahrhunderten üben die Dolomiten eine große Faszination auf Menschen aus. Und wer, so wie Daniela Runggaldier, im Schoß dieser bleichen Berge geboren wurde, tut sich wohl noch schwerer, dieser Magie zu widerstehen. „Innsbruck hat mit der Nordkette schon auch ein sehr schönes Bergpanorama, doch gegen die Dolomiten kommt das Karwendel nicht an. Ich bin da sehr heimatverbunden“, sagt sie und lacht beinahe entschuldigend.

Die 28-Jährige ist im Grödnertal aufgewachsen – zwischen elterlichem Bauernhof und Schankbetrieb auf der Seceda. Nach ihrem Abschluss an der Wirtschaftsfachoberschule in St. Ulrich konnte sie sich ein Studium im Ausland zwar vorstellen, das Richtige aber fand sie nicht. Ein Jahr lang tauchte sie darum in die Arbeitswelt ein, bis sie sich schließlich an der Freien Universität Bozen einschrieb. Die Mehrsprachigkeit hatte sie überzeugt – und auch die Tatsache, nur 45 Autominuten von zu Hause entfernt zu sein.

Porträt einer lächelnden Frau mit langen dunklen Haaren und runder Brille, in schwarzem Blazer und heller Bluse, vor einem unscharfen Bürohintergrund.
Daniela Runggaldier arbeitet heute als Wirtschaftsprüferin in einer Kanzlei in Klausen. Foto: psp-bz.it

Dass sie mit ihrer Entscheidung für ein Wirtschaftsstudium an der unibz gleichzeitig den Grundstein für ihren heutigen Traumjob gelegt hat, realisierte sie erst nach und nach. „Anfangs wollte ich eigentlich nur den Bachelor in Wirtschaft machen, weil mich der Bereich interessiert und viele Berufsmöglichkeiten bietet.“ Doch mit der Zeit wuchs die Faszination für Zahlen und als sie den Master für „Finance & Accounting“ begann, war klar: Das ist ihr Metier.

Fünf Jahre, von 2018 bis 2023, studierte sie am Campus Bozen, lebte in einem Studentenheim und half am Wochenende im elterlichen Betrieb mit. „Heute bin ich Zahlenfee in der Familie“, lacht sie darüber, dass sie am Wochenende neben Bergwanderungen und Radtouren auch viel Zeit mit verwaltungstechnischen Anliegen ihrer Lieben verbringt.

Doch Daniela Runggaldier mag, was sie tut – auch dank der Lehrenden, die sie stets bestärkt haben, ihren Weg zu gehen. „Dahingehend ist die Größe der Uni Bozen wirklich ein Vorteil. Man ist im steten Austausch mit den Professor:innen, die fachliche Qualität ist ziemlich hoch.“ Kein Wunder also, dass eine Anstellung nach dem Abschluss 2023 nicht lange auf sich warten ließ. Absolvent:innen der Uni Bozen sind gefragt – nicht zuletzt, weil die lokale Realität Zweisprachigkeit im Berufsalltag verlangt.

Lächelnde Absolventin mit Lorbeerkranz und Brille hält zwei Blumensträuße vor einem Schild der Universität Bozen.
Ihren Master in "Accounting & Finance" sieht sie heute als beste Investition ihres Lebens. Foto: Privat

Hinter jeder Bilanz steht eine Familie

„Eine Uni kann dich natürlich nicht auf alles vorbereiten – das habe ich vor allem bei der Staatsprüfung zur Wirtschaftsberaterin gemerkt. Aber sie schafft eine gute Ausgangsbasis“, erklärt Runggaldier, die seit Oktober 2025 im Berufsalbum eingetragen ist und täglich voller Elan zu ihrem Arbeitsplatz – einer Wirtschaftskanzlei in Klausen – fährt. Entgegen der landläufigen Meinung, sagt sie, sei ihr Job weit mehr als reines Jonglieren mit Zahlen. „Hinter jeder Bilanz steht ein Unternehmen, eine Familie, eine Erbfolge oder eine Neugründung. Mein Beruf ist sehr vielfältig und bringt Genugtuung, wenn ich gute Lösungen für meine Kunden finden kann“, erklärt eine, die als kleines Mädchen eigentlich Lehrerin werden wollte.

Diese würde der kleinen Daniela heute für ihren bisherigen Weg wohl Note 10 geben. „Eher 9+“, korrigiert Runggaldier und lacht. „Ein Semester im Ausland hätte ich im Nachhinein gesehen schon machen sollen. Diese Erfahrung fehlt mir.”

 

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